Orientierung
Website, Executive Overview, Evidence & Validation Brief, Evidenzkarte, Projektstand, Methodik und Publikationshistorie.
Entscheidungsfrage:Ist die Substanz grundsätzlich relevant genug für einen qualifizierten Austausch?
Ein professioneller Prüfprozess soll zwei Ziele gleichzeitig erreichen: Der Interessent bekommt genügend Substanz, um eine belastbare Entscheidung vorzubereiten, während proprietäre Kernlogik nicht unnötig früh offengelegt wird. Die Tiefe der Information wächst deshalb mit der Ernsthaftigkeit und Präzision der Prüffrage.
Die Stufen sind kein starres Vertragsmodell. Sie beschreiben die sinnvolle Reihenfolge, in der Relevanz, Nachweise, Rechte und sensible Substanz geprüft werden können.
Website, Executive Overview, Evidence & Validation Brief, Evidenzkarte, Projektstand, Methodik und Publikationshistorie.
Entscheidungsfrage:Ist die Substanz grundsätzlich relevant genug für einen qualifizierten Austausch?
Einsatzfall, Institutionstyp, technische Umgebung, Prüfprioritäten und mögliche Rolle des Frameworks werden konkretisiert.
Entscheidungsfrage:Welche Schicht soll tatsächlich geprüft werden – und mit welchem Ziel?
Bei ernsthaftem Interesse können vertrauliche Bestandsunterlagen selektiv freigegeben werden, ohne bereits vollständige Kern-IP zu öffnen.
Entscheidungsfrage:Reicht der dokumentierte Stand für eine technische oder methodische Vertiefung?
Whitepaper, ausgewählte Testdefinitionen, Architektur, bekannte Grenzen und – sobald fertiggestellt – Reproduktions- und Validierungsberichte werden gegen konkrete Prüffragen gelesen. Nach Aufbau der operativen Validierungsstufe können zusätzlich klar versionierte Live-Ausführungs- und Risikoberichte hinzukommen.
Entscheidungsfrage:Lässt sich die relevante Substanz nachvollziehen, reproduzieren und in die Zielumgebung einordnen?
Nun werden die Punkte geprüft, die nicht durch Performancegrafiken beantwortet werden: IP-Kette, Datenrechte, Drittkomponenten, IT-Sicherheit, Dokumentationsstand, offene Risiken und Übertragbarkeit.
Entscheidungsfrage:Ist der Gegenstand rechtlich, technisch und organisatorisch so sauber abgrenzbar, dass eine Transaktion oder Partnerschaft überhaupt strukturiert werden kann?
Erst jetzt werden Struktur, Rechte, Umfang, Übergabe, Mitwirkung, mögliche Exklusivität und wirtschaftliche Bedingungen konkret verhandelt.
Entscheidungsfrage:Welche Struktur bildet den nachgewiesenen Wert und die noch verbleibenden Risiken angemessen ab?
Der Datenraum soll kein Vollständigkeitstheater werden. Entscheidend ist, dass jede freigegebene Unterlage einen nachvollziehbaren Prüfzweck hat und der Status des Dokuments erkennbar bleibt.
| Stufe | Typische Unterlagen | Was damit entschieden werden soll |
|---|---|---|
| Öffentlich | Website, Executive Overview, Evidence Brief, Fact Sheet | Grundverständnis und strategische Relevanz |
| Qualifiziert | Projektstatus, gezielte Fragen und Antworten, ausgewählte Methodik | Prüffokus und potenzieller Einsatzfall |
| Unter NDA | vertrauliches Whitepaper, ausgewählte Architektur- und Bestandsunterlagen | Substanz, Grenzen und technische Anschlussfähigkeit |
| Technische Prüfung | reproduzierbare Testdefinitionen und - nach Fertigstellung - Reproduktions-, Intraday-, Kosten- und APS-Berichte; später gegebenenfalls versionierte Live-Ausführungsberichte | Nachweisqualität und technische Tragfähigkeit |
| Due Diligence | Daten- und IP-Rechte, Code-/Abhängigkeitsprüfung, IT-Sicherheit, Dokumentation, Übergabepaket | Übertragbarkeit, Risiken und Transaktionsfähigkeit |
| Transaktion | definierter IP-Umfang, Rechte, Übergabe, Mitwirkung, Gewährleistungs- und Abgrenzungsthemen | vertragliche und wirtschaftliche Struktur |
Ein Reproduktionsbericht existiert erst, wenn reproduziert wurde. Ein Intraday-Bericht existiert erst, wenn die Ereignisreihenfolge auf entsprechenden Daten geprüft wurde. Eine IT-Sicherheitsprüfung ist erst dann abgeschlossen, wenn sie tatsächlich durchgeführt wurde.
Deshalb trennt der Prüfprozess vorhandene Bestandsunterlagen von zukünftigen Version-2-Berichten. Ein Interessent soll jederzeit erkennen können, ob er einen historischen Befund, einen aktuellen Nachweis, einen offenen Prüfpunkt oder ein Entwicklungsziel vor sich hat.
Ein neuer Daten- oder Rechenstand überschreibt einen älteren Befund nicht stillschweigend. Änderungen erzeugen eine neue Version, und wesentliche Abweichungen werden dokumentiert. Textfreigabe ersetzt kein bestandenes Validierungstor.
Das langfristige Zielbild ist so angelegt, dass bei strategischer Passung eine vollständige Übernahme der aufgebauten Gesellschaft möglich wird. Während der Entwicklungsphase können dennoch Partnerschafts- oder Beteiligungsstrukturen sinnvoll sein. Kaufpreis, Bewertung, Beteiligungsquote, Exklusivität und Zeitplan werden bewusst nicht öffentlich festgelegt.
Selbst ein hervorragender Backtest ist kein übertragbarer Vermögenswert, wenn Eigentum, Rechte, Abhängigkeiten und Übergabe unklar bleiben. Deshalb gehören folgende Punkte in die spätere Due Diligence.
Welche Regeln, Dokumente, Datenmodelle, Softwarebestandteile, Marken und Know-how-Bereiche gehören genau zum Transaktionsgegenstand?
Welche Daten dürfen weitergegeben, reproduziert oder produktiv genutzt werden? Welche Bibliotheken, Lizenzen oder Dienste bleiben Drittbestandteile?
Welche Komponenten sind Referenzprototyp, welche repliziert, welche produktionsnah und welche noch Entwicklungsziel?
Welche Aussagen sind dokumentiert, unabhängig reproduziert, auf neuen Daten geprüft oder weiterhin offen?
Welche Dokumentation, Installations- und Betriebsunterlagen, Testfälle und Wissenstransfer-Schritte sind nötig, damit der Kern ohne dauerhafte Gründerabhängigkeit weitergeführt werden kann?
Welche bekannten Grenzen, offenen Arbeiten, Gewährleistungsthemen und regulatorischen Verantwortlichkeiten müssen vertraglich sauber getrennt werden?
Welche Institution, welcher mögliche Einsatz und welche zwei oder drei Punkte sollen zuerst geprüft werden? Mit dieser Information lässt sich das Gespräch auf die richtige Dokumentations- und Vertraulichkeitsstufe setzen.