Start5 · Technologie & Reproduzierbarkeit5.1 · Dokumentation & Nachvollziehbarkeit
Inhaltlicher Stand: 24. August 2026Website 2.2.2
DOKUMENTATION

Ein Ergebnis ist erst dann wirklich prüfbar, wenn sein Entstehungsweg sichtbar bleibt.

Die Dokumentation ist kein Anhang, der erst am Ende eines Projekts geschrieben wird. Sie ist Teil des Systems. Für einen wesentlichen Befund sollen fünf Dinge nachvollziehbar sein: welche Daten verwendet wurden, welche Regeln galten, welche Version gerechnet wurde, unter welchen Bedingungen der Test lief und welche Aussagegrenzen daraus folgen.

Öffentliche Ebene: verständliche EinordnungVertiefte Ebene: technische und fachliche Nachweise
DOKUMENTATION

Der Leser soll nachvollziehen können, wie eine Aussage entstanden ist.

Zu einem belastbaren Ergebnis gehört mehr als nur die Zahl selbst: Datenstand, Rechen- und Entscheidungsregeln, Systemversion, Testbedingungen und bekannte Grenzen gehören untrennbar dazu. Die Dokumentation soll diese Kette sichtbar machen – vom veröffentlichten Befund zurück zu seiner Grundlage.

FÜNF FRAGEN

Was ein Leser zu jeder wichtigen Aussage erkennen können soll

01

Welche Daten?

Zeitraum, Instrumente, Datenfrequenz, Herkunft, Qualitätsstand und gegebenenfalls Lizenz- oder Nutzungsbedingungen.

02

Welche Regeln?

Entscheidungsregeln, Parameter, Filter, Ausführungsannahmen und Risikologik müssen einem konkreten Regelstand zugeordnet sein.

03

Welche Version?

Eine Regeländerung erzeugt einen neuen Stand. Ergebnisse verschiedener Versionen werden nicht stillschweigend zusammengeführt.

04

Welcher Test?

Testzeitraum, Kontrollgruppe, Vergleichsvariante, Kostenannahmen und weitere Bedingungen bestimmen, was die Zahl tatsächlich aussagt.

05

Welche Grenze?

Zu jedem Befund gehört, was noch nicht untersucht wurde – etwa Intraday-Reihenfolge, Kosten, neue Daten oder die isolierte APS-Wirkung.

BEISPIEL

Von einer veröffentlichten Angabe zurück zur Testgrundlage

Auf der Ergebnisseite wird beispielsweise der Umfang der Version-1-Testmatrix genannt. Die Zahl allein wäre nahezu wertlos. Erst die Dokumentationskette macht sie einordnungsfähig: 94 reale Instrumente wurden mit 60 Oszillatoren nach derselben Grundlogik ausgewertet; daraus entstehen 5.640 systematisch durchgeführte Einzeltests.

Zusätzlich gehört dazu, dass diese Tests gemeinsame Markt-, Daten- und Formelfamilien besitzen und deshalb nicht als 5.640 voneinander unabhängige wissenschaftliche Experimente behandelt werden dürfen. Genau diese Kontextinformationen verhindern, dass ein Leser aus einer korrekten Zahl eine falsche Schlussfolgerung zieht.

Öffentliche Aussage5.640 systematisch durchgeführte Einzeltests
Definition94 reale Instrumente × 60 Oszillatoren
Daten- & TeststandVersion 1 · historische Tagesdaten 2009–2025
Aussagegrenzebreite Testmatrix · keine 5.640 unabhängigen Experimente
STATUS STATT ETIKETT

Nicht alles wird mit demselben Wort „validiert“ beschrieben.

Ein historischer Vergleich, ein im vorhandenen Bestand dokumentierter Test und eine unabhängige Reproduktion sind unterschiedliche Qualitätsstufen. Die Website verwendet deshalb sichtbare Statusangaben.

Dokumentiert

Die Aussage lässt sich im vorhandenen Quellen- oder Testbestand nachvollziehen.

Historischer Befund

Die Zahl oder Beobachtung ist vorhanden, wird aber nicht als allgemeiner Leistungsnachweis verwendet.

Erneut zu prüfen

Der Befund soll unter den Bedingungen von Version 2 reproduziert oder isoliert gemessen werden.

Geplant

Die Funktion oder Prüfung gehört zur Zielarchitektur, ist aber noch kein fertiger Bestandteil.

DOKUMENTATION ALS PRODUKTTEIL

Fachwissen, Code und Nachweise müssen dieselbe Version beschreiben.

Ein späterer Nutzer oder Erwerber soll nicht zwischen Marketingtext, Quellcode und Handbuch widersprüchliche Systemstände finden. Deshalb ist das langfristige Ziel eine dokumentierte Kette aus fachlicher Beschreibung, technischer Architektur, Testprotokollen, Benutzerhilfe und Versionshistorie.

Fachliche Dokumentation

Was die Regeln bedeuten, warum sie existieren und welche Markt- oder Risikosituation sie abbilden.

Technische Dokumentation

Wie Module, Datenmodelle, Schnittstellen, Fehlerbehandlung und Betriebsbedingungen umgesetzt sind.

Test- & Auditprotokolle

Welche Version wann mit welchen Daten gerechnet wurde und ob der erwartete Referenzstand reproduziert wurde.

Hilfe & Erklärung

Kontextbezogene Unterstützung für Nutzer – langfristig in Deutsch und Englisch und möglichst direkt im Produkt verfügbar.

KI & DOKUMENTATION

KI darf Dokumentation unterstützen, aber keinen ungeprüften neuen Systemstand erfinden.

Generative KI kann große Wissensbestände durchsuchen, Texte strukturieren, Erklärungen formulieren oder bei Qualitätssicherung helfen. Gerade deshalb braucht sie klare Quellen, Versionen und Freigaberegeln. Ein automatisch erzeugter Text ist kein neuer fachlicher Standard, solange er nicht gegen die dokumentierte Systemlogik geprüft wurde.

QuellengebundenWesentliche fachliche Aussagen werden auf vorhandene Dokumentation und Teststände zurückgeführt.
Redaktionell geprüftVeröffentlichte Inhalte werden nicht ungeprüft aus einem KI-Entwurf übernommen.
VersionstreuNeue Formulierungen dürfen nicht unbemerkt den fachlichen Systemstand verändern.
PRÜFEN

Die Ergebnisseite zeigt dieses Prinzip bereits an konkreten Kennzahlen.

VON DOKUMENTATION ZU EVIDENZ

Die Evidenzkarte zeigt, wie dieses Dokumentationsprinzip auf öffentliche Aussagen angewendet wird.

Dort wird für jede Kernaussage sichtbar: Kennzahl, heutiger Beleg, methodische Grenze und nächster Prüfschritt.

Öffentliche Belegspur

Eine Zahl soll nicht nur lesbar sein. Ein Prüfer soll erkennen können, warum sie auf der Website steht und welcher Test ihren Status verändern würde.

Evidenzkarte ansehen →