Auf einer Trading-Website wirken Kennzahlen schnell vertraut, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten. Genau das ist beim Trefferverhältnis, bei der Trefferquote und beim Profitfaktor der Fall. Wer diese Begriffe vermischt, kann aus einer richtigen Zahl eine falsche Schlussfolgerung ziehen.

Das Trefferverhältnis zählt Gewinner und Verlierer

Das Trefferverhältnis wird als Anzahl der Gewinner geteilt durch die Anzahl der Verlierer berechnet. Es besitzt keine Einheit. Ein Wert von 1,0 bedeutet gleich viele Gewinner wie Verlierer. Ein Wert von 1,5 bedeutet 1,5 Gewinner je Verlierer. Ein Wert unter 1,0 bedeutet entsprechend, dass mehr Trades negativ als positiv endeten.

TrefferverhältnisGewinner ÷ Verliererohne Einheit

Der auf dieser Website genannte Median von 1,5725 gehört genau in diese Kategorie. Er ist weder Prozentwert noch Rendite noch monetärer Profitfaktor. Er fasst das Verhältnis der Gewinner zu den Verlierern über die in Version 1 ausgewerteten Oszillatoren zusammen.

Die Trefferquote beantwortet dieselbe Frage in Prozent

Die Trefferquote setzt die Gewinner ins Verhältnis zu allen abgeschlossenen Trades. Ein Trefferverhältnis von 1,5 entspricht beispielsweise einer Trefferquote von 60 Prozent: drei Gewinner stehen zwei Verlierern gegenüber. Beide Kennzahlen beschreiben also die Häufigkeit positiver und negativer Abschlüsse – nicht deren finanzielle Größe.

Der Profitfaktor stellt eine andere Frage

Der monetäre Profitfaktor teilt die Summe aller Bruttogewinne durch die Summe aller Bruttoverluste. Er berücksichtigt damit, wie groß Gewinne und Verluste tatsächlich waren. Ein System kann häufig gewinnen und trotzdem nur einen schwachen Profitfaktor besitzen, wenn die durchschnittlichen Verluste größer sind als die durchschnittlichen Gewinne.

ProfitfaktorBruttogewinn ÷ Bruttoverlustmonetäre Verhältniskennzahl

Ein konkretes Beispiel aus dem Projektbestand

In einem dokumentierten FDAX-Einzeltest wurden 1.252 Gewinner und 774 Verlierer gezählt. Daraus ergibt sich ein Trefferverhältnis von rund 1,618. Für denselben Test lag der monetäre Profitfaktor bei rund 1,16. Beide Werte sind rechnerisch korrekt – sie beschreiben lediglich zwei verschiedene Eigenschaften desselben Testpfads.

Der Unterschied ist methodisch wichtig: In der damaligen Basiskonfiguration waren Stop-Loss, Break-even und Trailing noch nicht vollständig in die Ausführungslogik integriert. Dadurch konnten einzelne Verluste im Durchschnitt größer ausfallen als die Gewinne, obwohl die Zahl der Gewinner deutlich höher war.

Warum diese Unterscheidung für Version 2 zentral ist

Version 2 soll nicht nur zählen, wie häufig eine Entscheidung positiv endet. Sie soll die tatsächliche Reihenfolge innerhalb des Handelstags, Stops, Kosten und Slippage berücksichtigen. Erst dann lassen sich Trefferhäufigkeit, monetärer Profitfaktor und Risikoverlauf auf derselben realistischeren Ausführungsbasis zusammenführen.

Merksatz:

Trefferverhältnis und Trefferquote sagen, wie oft ein Trade gewinnt. Der Profitfaktor sagt, wie viel die Gewinner im Verhältnis zu den Verlierern erwirtschaftet haben.

Projektkontext

Dieser Beitrag erklärt den derzeit dokumentierten Projektstand. Er fügt kein neues Leistungsversprechen hinzu und ersetzt weder den Risikohinweis noch die für Version 2 geplante formale Revalidierung.

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